Eröffnungsfeier in München / Forscher und Unternehmen diskutieren über Kooperationsmöglichkeiten

Leistungszentrum Sichere Vernetzte Systeme in München eröffnet

Pressemitteilung / 4.7.2017

© Foto Fraunhofer | Markus Jürgens

MR Dr. Stefan Wimbauer, Prof. Christoph Kutter (Fraunhofer EMFT), Prof. Claudia Eckert (Fraunhofer AISEC), Prof. Rudi Knorr (Fraunhofer ESK) und Prof. Georg Sigl (Fraunhofer AISEC). (von links)

München 4. Juli 2017 – Mit einer eintägigen Veranstaltung im Fraunhofer-Haus feierte das Leistungszentrum Sichere Vernetzte Systeme München offiziell seine Eröffnung. Vor zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft präsentierten die Institutsleiter der Fraunhofer-Institute AISEC, EMFT und ESK ihre Angebote und Lösungen für Unternehmen auf dem Weg in die digitale Transformation. Das Leistungszentrum bietet eine interdisziplinäre Forschungsplattform mit den Schwerpunkten Industrie 4.0, Vernetzte Mobilität, Smart Health und Smart Home. Dabei bündelt es die fachliche Exzellenz der TU München, der Universität der Bundeswehr sowie der Fraunhofer-Institute.

Am Tag des symbolischen Aktes der Eröffnung erhielten die Besucher Einblick in die Kompetenzen der Forscher sowie in die bereits erfolgreiche Arbeit des Leistungszentrums in den letzten Monaten. Bei Vorträgen und Technologie-Demonstrationen diskutierten die Teilnehmer über Chancen und die Notwendigkeit von Kooperationen zwischen Industrie und Forschung. Die Eröffnungsfeier des Leistungszentrums fand mehrere Monate nach dem durch das Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie bewilligten Start der Plattform statt. Somit konnten bereits erste Ergebnisse aus Projekten zwischen den Fraunhofer-Instituten und der Industrie präsentiert werden. „Wir haben den untypischen Weg gewählt, die Eröffnung mit einem Jahr Verzögerung zu feiern. Damit waren wir aber in der Lage, den Vertretern aus den Unternehmen aus laufenden Projekten zu berichten und ihnen Anhaltspunkte für eigene Projektideen zu geben“, sagt Prof. Georg Sigl, Institutsleiter des Fraunhofer AISEC und Koordinator des Leistungszentrums. „Viele Unternehmen wissen nicht, welcher der richtige Weg in die Digitalisierung ist. Der Bedarf an Testmöglichkeiten für Digitalisierungsvorhaben ist sehr groß“, so Prof. Sigl weiter, der die Veranstaltung moderierte.

Unternehmen testen Digitalisierung

Das erklärte Ziel des Leistungszentrums ist es, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, unter realen Bedingungen das zu tun, was in der Realität derzeit nicht möglich ist. In Testumgebungen erarbeiten sie unter Einbeziehung der neuesten Technologien und Tools gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern die für sie maßgeschneiderte Lösung. So stellt beispielsweise das Interoperabilitäts-Labor im Anwendungsprojekt »Car2X« Unternehmen Werkzeuge und Testumgebungen zur Verfügung, mit denen sie Inkompatibilitäten in der Kommunikation und potentielle Sicherheitslücken ihrer Produkte aufdecken können. In dem Projekt »Sichere Vernetzte Systeme für Industrie 4.0« können unter anderem I4.0-Komponenten in einer Vernetzungs- und Testumgebung mit der Cloud getestet werden. Und im Projekt »Gesundheit, Lifestyle und selbständiges Leben im Alter« stehen Entwicklung und sichere Vernetzung von IoT-Sensormodulen im Vordergrund.

Aus der Forschung in die Anwendung

Die beteiligten Unternehmen profitieren von einer engen Verzahnung von Forschung und Technologietransfer, sodass sie die Ergebnisse direkt verwerten können. Dabei haben sie Zugang zu exzellenter universitärer und angewandter Forschung in den Bereichen Intelligente Sensorik, sichere und robuste Vernetzung, Datenanalyse und -verarbeitung sowie integrierte Sicherheit. Ein weiterer Vorteil für die Unternehmen ist das flexible Kooperationskonzept. Im Gegensatz zu anderen Förderprojekten kann das Leistungszentrum sehr schnell Projekte freigeben und die Zusammenarbeit mit der Industrie beginnen. Dabei können die Unternehmen zwischen einer Kooperation unter Einbeziehung des gesamten Leistungszentrums im Sinne einer Systemlösung wählen oder zunächst mit nur einem Institut an Teilproblemstellungen arbeiten. Das Leistungszentrum ist offen für Kooperationen mit Unternehmen und weiteren Forschungseinrichtungen und wird das Partnernetzwerk in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Gefördert und finanziert wird das Leistungszentrum vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, von der Fraunhofer-Gesellschaft und Industriepartnern.

 

Über die Fraunhofer-Institute

Das Fraunhofer AISEC unterstützt Firmen aller Branchen und Dienstleistungssektoren bei der Absicherung ihrer Systeme, Infrastrukturen, Produkte und Angebote. IT-Sicherheitsforscher entwickeln qualitativ hochwertige Sicherheits-Technologien, zur Erhöhung der Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und Manipulationssicherheit von IT-basierten Systemen und Produkten. www.aisec.fraunhofer.de

Die Fraunhofer EMFT betreibt angewandte Forschung an Sensoren und Aktoren für Mensch und Umwelt. Die Forschungsaktivitäten der Einrichtung umfassen chemische Sensormaterialien, Siliziumtechnologien, Mikrodosierung und flexible Elektronik. Durch das Zusammenspiel dieser Kompetenzfelder entstehen an den Standorten München, Regensburg und Oberpfaffenhofen neuartige Sensor- und Aktorsysteme für verschiedene Anwendungsfelder des IoT. www.emft.fraunhofer.de

Das Fraunhofer ESK konzentriert sich auf die angewandte Forschung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) mit dem Fokus auf verlässliche Kommunikationssysteme. Das Institut arbeitet in den Kompetenzbereichen Kommunikationstechnologien und -architekturen und Entwurf und Absicherung Anwendungsarchitekturen für die Branchen Vernetzte Mobilität, Industriekommunikation sowie Smart Grid Kommunikation und Telekommunikation. www.esk.fraunhofer.de